Der Bohrer sieht auf den ersten Blick oft unspektakulär aus. Genau da liegt die Falle: Ein 8-Millimeter-Bohrer ist eben nicht automatisch für jedes 8-Millimeter-Loch geeignet. Material, Schneidengeometrie und Drehzahl müssen zusammenpassen – sonst wird aus einer Zwei-Minuten-Arbeit schnell eine ziemlich zähe Angelegenheit.
Holz: Die Zentrierspitze macht den Unterschied
Typische Holzbohrer erkennst du an der ausgeprägten Zentrierspitze. Sie setzt genau dort an, wo die Markierung sitzt, und verhindert, dass der Bohrer beim Start über die Oberfläche wandert. Die seitlichen Schneiden trennen die Holzfasern sauber ab.
Für Möbelbau, Kanthölzer und viele Ausbauarbeiten ist das die angenehmste Lösung. Bei größeren Durchmessern kommen je nach Aufgabe Flachfräsbohrer, Forstnerbohrer oder Lochsägen ins Spiel.
Metall: HSS und ein bisschen Geduld
Für Stahl, Aluminium und viele andere Metalle sind HSS-Spiralbohrer der Klassiker. Wichtig ist hier weniger rohe Kraft als eine passende Drehzahl. Kleine Durchmesser dürfen schneller laufen, größere eher langsamer. Bei härteren Werkstoffen lohnt sich Schneidöl oder zumindest eine kurze Pause, bevor der Bohrer glühend heiß wird.
Stein und Mauerwerk: Robust statt rasiermesserscharf
Steinbohrer arbeiten mit einer eingelöteten Hartmetallplatte an der Spitze. Bei Mauerwerk unterstützt die Schlagfunktion der Maschine den Bohrfortschritt. Bei Fliesen ist dagegen Vorsicht angesagt: erst ohne Schlag durch die Oberfläche, danach – je nach Untergrund – weiterarbeiten.
Und wenn der Bohrer trotzdem nicht vorankommt?
Dann liegt es nicht automatisch an der Maschine. Ein stumpfer Bohrer, zu viel Druck oder die falsche Drehzahl sind mindestens genauso häufig. Gerade bei Metall bringt noch mehr Druck oft nur noch mehr Hitze. Bei Holz wiederum kann ein stumpfer Bohrer die Kante ausreißen, statt sie sauber zu schneiden.
- Passt der Bohrertyp wirklich zum Material?
- Ist die Spitze noch scharf und unbeschädigt?
- Ist das Werkstück sicher fixiert?
- Passt die Drehzahl zum Durchmesser?
- Sitzt an der richtigen Stelle wirklich keine Leitung?
Wer verschiedene Materialien verarbeitet, ist mit einem sauber sortierten Grundset meist besser bedient als mit einer Schublade voller einzelner Bohrer unbekannter Herkunft. Wichtig ist nicht die möglichst große Stückzahl, sondern dass die gängigen Größen für Holz, Metall und Stein zuverlässig vorhanden sind.