Das Regal hängt schief, der Dübel dreht mit und beim zweiten Versuch ist das Loch plötzlich doppelt so groß. Fast jeder, der schon einmal etwas an einer Wand befestigt hat, kennt mindestens eine dieser Situationen. Meist liegt es nicht an Pech, sondern an der Kombination aus Untergrund, Dübel, Schraube und Bohrloch.
Erst die Wand, dann der Dübel
Beton, Vollziegel, Lochstein und Gipskarton verhalten sich komplett unterschiedlich. Ein klassischer Spreizdübel kann in massivem Mauerwerk hervorragend funktionieren, in einer Hohlwand aber praktisch wirkungslos sein. Deshalb ist die erste Frage nicht „Welche Schraube nehme ich?“, sondern „Worin soll sie halten?“.
Das Bohrloch ist Teil der Befestigung
Ein ausgeleiertes, viel zu großes Bohrloch kann selbst einen guten Dübel ruinieren. Der Bohrerdurchmesser richtet sich in der Regel nach dem Dübel. Wichtig ist außerdem die Bohrtiefe: Das Loch sollte etwas tiefer sein als der Dübel, damit Bohrstaub und Schraubenspitze Platz haben.
Die Schraube muss zum Dübel passen
Zu dünn – der Dübel spreizt nicht richtig. Zu dick – der Dübel wird überlastet oder lässt sich kaum eindrehen. Die empfohlenen Schraubendurchmesser auf der Dübelpackung sind keine Dekoration. Besonders bei schweren Bauteilen sollte man sich daran halten.
Schweres Regal? Belastung realistisch einschätzen
Eine Wandhalterung für einen kleinen Bilderrahmen ist etwas anderes als ein Hängeschrank voller Geschirr. Je höher die Last, desto wichtiger werden Untergrund, Anzahl der Befestigungspunkte und das richtige Befestigungssystem. Bei sicherheitsrelevanten oder sehr schweren Lasten ist eine fachgerechte Planung Pflicht.
- Leitungen und Rohre im Bohrbereich ausschließen.
- Untergrund bestimmen.
- Dübel und Schraube passend zur Last auswählen.
- Bohrerdurchmesser und Bohrtiefe prüfen.
- Bohrstaub aus dem Loch entfernen.
Der kleine Extraaufwand am Anfang zahlt sich aus. Eine ordentlich gesetzte Befestigung fühlt sich beim Anziehen der Schraube bereits anders an: kontrolliert, fest und ohne dieses ungute „hoffentlich hält das“-Gefühl.