Bei Akkuschraubern lässt sich wunderbar mit Zahlen werben: 12 Volt, 18 Volt, 20 Volt, 60 Newtonmeter und am besten noch drei Akkus dazu. Für die Praxis ist aber eine andere Frage entscheidender: Was willst du mit dem Gerät tatsächlich machen?
Wer Möbel montiert, Regale aufbaut und gelegentlich in Holz bohrt, braucht etwas anderes als jemand, der regelmäßig lange Schrauben in Konstruktionsholz treibt. Genau deshalb lohnt sich ein Blick hinter die großen Zahlen.
Drehmoment: Kraft, aber nicht die ganze Wahrheit
Das Drehmoment wird in Newtonmetern angegeben und beschreibt vereinfacht, wie kräftig die Maschine drehen kann. Viel Drehmoment hilft bei großen Schrauben und anspruchsvolleren Bohrarbeiten. Für kleine Beschläge kann zu viel Kraft dagegen schnell zur zerdrückten Schraube oder zum versenkten Schraubenkopf führen.
Akku: Laufzeit, Gewicht und System
Ein größerer Akku hält länger, macht das Werkzeug aber auch schwerer. Bei Arbeiten über Kopf merkt man 500 Gramm Unterschied erstaunlich schnell. Für viele typische Aufgaben ist es deshalb praktisch, zwei mittelgroße Akkus im Wechsel zu nutzen, statt einen besonders schweren Dauerläufer.
Noch interessanter ist das Akku-System. Wenn mehrere Werkzeuge denselben Akku nutzen, spart das auf Dauer Geld und Ladegeräte. Wer später vielleicht Winkelschleifer, Multitool oder Säge ergänzen möchte, sollte diesen Punkt von Anfang an mitdenken.
Bohrfutter: 10 oder 13 Millimeter?
Ein 10-mm-Bohrfutter reicht für viele Montagearbeiten. Ein 13-mm-Bohrfutter nimmt größere Bohrer auf und passt besser zu einem kräftigen Bohrschrauber, der auch wirklich bohren soll. Wichtig ist außerdem ein sauber laufendes Futter: Eiert der Bohrer sichtbar, wird präzises Arbeiten unnötig schwer.
Was man erst nach zehn Minuten merkt
Griffumfang, Balance und Schalterposition stehen selten groß auf der Verpackung, entscheiden aber darüber, ob man das Werkzeug gern benutzt. Ein kraftvolles Gerät, das kopflastig in der Hand hängt, kann bei längeren Arbeiten deutlich anstrengender sein als ein etwas schwächeres, gut ausbalanciertes Modell.
- Welche Schraubengrößen kommen bei dir wirklich vor?
- Soll der Schrauber regelmäßig bohren oder hauptsächlich schrauben?
- Gibt es bereits Akkus aus einem kompatiblen System?
- Arbeitest du oft über Kopf oder auf engem Raum?
- Brauchst du 13 mm Bohrfutter oder reicht die kompaktere Variante?
Am Ende ist der beste Akkuschrauber selten der mit der spektakulärsten Zahl. Es ist der, den du ohne Nachdenken greifst, weil er für deine typischen Aufgaben einfach passt.