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Bohren gehört zu den Arbeiten, die einfach aussehen – bis der Bohrer drei Millimeter neben der Markierung landet oder aus einem kleinen Loch plötzlich ein Krater wird. Die gute Nachricht: Die meisten Probleme lassen sich mit ein paar einfachen Gewohnheiten vermeiden.

1. Einfach losbohren, ohne den Untergrund zu prüfen

Eine Wand kann aus Beton, Ziegel, Porenbeton oder Gipskarton bestehen. Schon deshalb sollte nicht jedes Loch mit derselben Einstellung gebohrt werden. Bei unbekanntem Untergrund vorsichtig starten und auf Widerstand sowie Bohrmehl achten.

2. Den falschen Bohrer verwenden

Ein Holzbohrer in Metall oder ein stumpfer Steinbohrer auf Fliesen macht die Arbeit unnötig schwer. Der richtige Bohrertyp ist nicht Kür, sondern Grundvoraussetzung.

3. Sofort mit maximalem Druck arbeiten

Mehr Druck bedeutet nicht automatisch mehr Fortschritt. Bei Metall erzeugt er schnell Hitze, bei empfindlichem Mauerwerk kann er das Loch ausbrechen. Die Maschine soll arbeiten – nicht dein ganzes Körpergewicht.

4. Bei jeder Wand die Schlagfunktion einschalten

Schlag ist bei hartem Mauerwerk hilfreich, aber nicht überall. In Fliesen, weichen Steinen und manchem Lochziegel kann die Funktion mehr kaputtmachen als beschleunigen. Im Zweifel zunächst ohne Schlag anfangen.

Ein guter Start: Maschine gerade ansetzen, langsam anlaufen lassen und erst dann Drehzahl und Druck erhöhen. Das verhindert viele schiefe oder ausgefranste Löcher.

5. Bohrtiefe nur schätzen

Wenn das Loch zu flach ist, steht der Dübel über. Ist es unnötig tief, wird zwar selten die Welt untergehen – sinnvoll ist es trotzdem nicht. Ein Tiefenanschlag oder eine Markierung am Bohrer macht die Sache einfach.

6. Bohrstaub im Loch lassen

Gerade bei Dübelverbindungen kann viel Staub den Halt verschlechtern. Kurz ausblasen oder absaugen, bevor der Dübel eingesetzt wird.

7. Vorher nicht nach Leitungen suchen

Der wichtigste Punkt zum Schluss. Vor Bohrarbeiten in Wänden sollte klar sein, ob an der Stelle Strom- oder Wasserleitungen verlaufen könnten. Ein geeignetes Ortungsgerät ist dafür eine sehr vernünftige Ergänzung in der Werkzeugkiste.

Die 20-Sekunden-Routine

  • Untergrund und Leitungsbereich prüfen.
  • Passenden Bohrer einspannen.
  • Bohrtiefe festlegen.
  • Gerade und langsam ansetzen.
  • Erst danach mit passender Einstellung weiterbohren.

Das klingt nach zusätzlicher Vorbereitung, macht die Arbeit aber meistens schneller. Vor allem erspart es den Klassiker: ein misslungenes Loch zuspachteln und fünf Zentimeter daneben noch einmal anfangen.

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